17.03. Ankunft und Cala Magraner
Samstag morgen stehe ich bestens gelaunt und mit reichlich Geraffel beladen um 3.34 auf Gleis 1 des Bahnhofs Ehrenfeld neben reichlich beleuchteter Jugend, die offenbar gerade aus den einschlägig bekannten Schmuddelrockläden getaumelt sind. In der Bahn steigt 3.43 in Deutz Axel in den zweiten Wagen zu, ich sitze natürlich im ersten. Exakt 4 Stunden 21 Minuten später verlassen wir mit dem Mietwagen das Flughafengelände Richtung Cala Rattata. Gebucht haben wir via Internet - natürlich kleinstes und damit günstigstes Modell. Wir bekommen einen Ford Focus Kombi mit allerlei Extras, z.B. mit einem Kofferraum voller Hundehaare und etlichen "Narben" im Blech. In Cala Rajada (mal mit, mal ohne t geschrieben) machen wir uns auf die Suche nach einer Unterkunft. Wir haben bewusst nichts von Deutschland aus gebucht, da ich damit rechne, vor Ort günstiger wegzukommen. Ernüchterung, weil 2/3 der Hotels noch geschlossen sind. Nach ca. 1 1/2-stündiger Recherche entscheiden wir uns für das Hotel Amoros, das uns den günstigsten Preis macht.
Dann entscheiden wir uns als Enddreißiger und Mittvierziger erstmal für eine Ruhepause, die der ambitionierte Enddreißiger bereits nach einer halben Stunde abbricht, weils doch noch in den Muskeln juckt und er los will. Unser erstes Ziel ist Cala Magraner, eine sehr schöne Bucht in der Nähe der Stadt Manacor im Nord-Osten der Insel. Wir klettern drei Routen, mehr ist heute nicht drin (sehr lohnend allerdings: "Asulla" (6b+)).
Abends ziehe ich einen ersten Trumpf aus dem Ärmel - Oordopjes tegen geluid! Das ist nachbarländlich für Ohropax. Rückblende: Anpang 2005, meine lieben Zuhörerinnen und Zuhörer, bepand ich mich zu Dreharbeiten... nein, ich befand mich zu Kletterzwecken mit eben jenem Axel auf eben jener Insel, von der auch dieser Bericht stammt. Aus Kostengründen entschlossen wir uns, uns ein Doppelzimmer zu teilen, was mich um die verdiente Nachtruhe brachte, weil Axel bereits 10 Minuten nach "Licht aus und es wird nicht mehr gelesen" ambitioniert anfing, sämtliche Bäume der Gegend zu entästeln, was sich kurze Zeit später in rustikales Baumschubsen veränderte. Wie auch immer, ich war also dieses Mal vorbereitet!

18.03. La Creveta
Dieses Gebiet haben wir auch 2005 angefahren. Sehr schöne Kletterei und Routen bis zu 30 Meter mit wunderbarem Blick auf die Buch von "Port de Pollenca". Wir machen richtig Strecke und reihen rd. 270 Klettermeter aneinander. Ein super Tag! Abends treffe ich mich noch mit Frank & Dennis, die sich zufällig in der selben Woche zum Mountainbiken auf der Insel aufhalten. Ich versage jämmerlich beim Dart. Die Jungs sind aber auch gnadenlos. Nicht stumpfes "Immer auf die 20"-Werfen ist Trumpf (nicht, dass ich das besonders gut könnte, aber hin und wieder treff ich da mal), nein, ein besonderes Spiel wird ausgewählt, bei dem man die hohen Werte 3 x treffen muss, um sie "zuzumachen". Ach, was weiß ich. Jedenfalls bin ich granatenschlecht und lasse mich in der Folge noch am Billard-Tisch demütigen. Schuster, bleib bei deinem Leisten. Ja, "deineM Leisten".
19.03. La Creveta
Frank & Dennis wollen sich die Kletterei mal ansehen und wir fahren erneut nach Creveta, weil das Setting schön ist und es auch ein paar schöne 4er gibt, die auch vom Laien mal probiert werden können. Frank ist mutig und probiert sich an einer der 4er. Allerdings muss man sagen, dass die Einstiege hier recht knackig sind und so ist es nachvollziehbar, dass der junge Mann schnell die Lust verliert. Ich versuche mich zum Tagesabschluss an einer sehr schönen 6b+ ("Gringo Star"), die mich fast meinen Kletterpartner kostet. Schöne Kletterei, die ab 15 Meter überhängt. O-Ton im Kletterführer von Rockfax: "... is easier than it looks with plenty of good holds when needed." Leider halte ich mich zu weit links, wo die "good holds" offenbar nicht sind, was mir einen geilen Abflug beschert. Weiter oben in ca. 22 Metern Höhe trete ich einen ca. ziegelsteingroßen Tritt los, der - wie ich von oben sehen kann - exakt da einschlagen wird, wo Axel steht und mich sichert. Ich schreie "Stein" und sofort noch mal "Axel! Stein!", denn nach dem ersten Ruf nimmt Axel lediglich die Hände über den Kopf. Nach dem Zusatz springt er zur Seite, was ihm mindestens zwei Handbrüche, wenn nicht Schlimmeres erspart.
20.03. Les Perxes
Eins der Gebiete, das ich bislang noch nicht kenne. Liegt im Landesinnern unweit des Klosters Lluc. Allerdings ist es an diesem Tag recht frisch aufgrund kalten Windes und wir sind nicht so richtig motivert. Das Gebiet besteht aus drei Sektoren, von dem wir nur einen kennenlernen werden heute. Wir klettern drei Routen im 5er-Bereich und wollen dann noch eine 6a+ klettern ("Pocket"). Diese stellt sich als bockhart heraus und ich bin froh, das Ding mit reichlich Committage durchzusteigen.
21.03. Cala Magraner
Frank & Dennis sind wieder mit dabei. Heute wollen die Jungs richtig mitklettern. Yeah! Aber zunächst kaufen wir mal im Supermarkt Geburtstagsbier, denn einer der massigen alten Männer wird heute 37. 37??? Au weia. Das war's ja wohl!

Auf dem Weg zum Fels finde ich einen blühenden Nussbaum, an dem ich meine Marteniza aufhänge.
Wir haben ganz bewusst Magraner ausgewählt, weil es hier eine "Top 50"-Route im 3. Klettergrad gibt, mit der wir Frank & Dennis Lust auf Fels machen wollen.
Axel und ich machen uns in ein paar sehr schönen Routen warm und dann sind Frank & Dennis dran. Beide machen sich sehr gut im Nachstieg und erreichen ohne größere Probleme den Umlenker. 5 Meter neben der 3er-Route lacht uns plötzlich eine 7a+ an, in die Axel und ich unbedingt rein wollen. Super geiles Dach mit einem kleinen Tufa. Sieht großartig aus. Die ersten zwei Haken sind im Dach, was noch gut machbar ist. Der dritte befindet sich gleich neben der Dachkante und ist difizil zum Klippen, weil der Tufa hart blockiert werden muss. Es folgt ein - für mich - brettharter Zug, danach ist der Drops gelutscht. Leider geht's für mich nicht ohne Hänger an der Kante, aber trotzdem kann ich das Ding nur empfehlen! Topsahne!

Fortsetzung der letzten vier Tage folgt...
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Di, 03/04/2007 - 22:24 von Mark







cvk | Mi, 04/04/2007 - 00:19 | das sind mal ein paar
das sind mal ein paar schicke felsen, wie ich sie auf malle gar nicht erwartet hätte.
ich für meinen teil würde mir ja beim klettern nur die plauze wund reiben... aber so in nem liegestuhl im schatten rumlungern, zum san miguel das ein oder andere spießchen grillen und euch beim schuften zusehen... tjo, das wär was...
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»Sonja | Mi, 04/04/2007 - 11:23 | das hört sich wirklich nach
das hört sich wirklich nach einem super urlaub an... zum neidisch werden :/
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»Olli S | Mi, 04/04/2007 - 13:55 | Da fällt mir
Da fällt mir peinlicherweise ein, dass ich dem alten Sack überhaupt nicht gratuliert habe... Wenn Du ihn treffen solltest: Herzlichen Glückwunsch nachträglich und überhaupt alles Tolle und Dolle für ihn.
Btw. das Wetter für 's Wochenende sieht perfekt aus. Jawohl, ja, jippie und sowieso alles super!
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»Christoph | Mi, 04/04/2007 - 16:17 | Reif
Wow da muss ich wohl doch mal über einen Ausflug auf die Insel nachdenken!
Besten Dank für den Einblick 8)
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»klettern | Mi, 23/04/2008 - 22:55 | Sonne Strand und Klettern
was gibt es besseres. Besonders toll finde ich das Gebiet Cala Magraner. Ich möchte auch wieder hin.
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»Mark | Do, 24/04/2008 - 09:13 | Magraner ist sehr schön.
Magraner ist sehr schön. Absolut. Allerdings möchte ich das nächste Mal unbedingt wieder DWS machen. Der neue Thrill!
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